München

Internationale Konferenz zum Multisensorischen Recht

29. - 30. Oktober 2012, C. H. Beck Verlag, München

Leitung: Dr. Colette R. Brunschwig

Bitte beachten Sie die Internationale Konferenz zum Multisensorischen Recht 2014

Wie alle anderen Menschen sind Juristen multisensorische Wesen. Menschliche Kommunikation und daher auch rechtliche und rechtlich relevante Kommunikation schliesst die Produktion und die Wahrnehmung von Mitteilungen ein und daher ebenso die fünf Sinne: den Hör-, den Seh- und den Tastsinn, und bisweilen sogar den Geruchs- und Geschmackssinn.

Neben anderen Kompetenzen umfasst die rechtliche Ausbildung die Fähigkeit, rechtliche und rechtlich relevante Texte zu verfassen. Bis heute herrscht im rechtlichen Kontext das verbozentrische Paradigma. Es impliziert, dass Rechtsakteure, ob sie Wissenschaftler oder Praktiker sind, das Recht mit geschriebener oder gesprochener Sprache gleichsetzen. Angesichts des Aufkommens der digitalen Medien und deren Implikationen für das Recht deuten einige Wissenschaftler daraufhin, dass im rechtlichen Kontext ebenfalls eine visuelle Wende (visual turn) stattfindet.

Demzufolge strebt diese Tagung danach, namentlich den Diskurs, der das Recht als visuelles Phänomen erforscht, voranzutreiben. Da sich audiovisuelle, visuell-kinästhetische, taktil-kinästhetische und andere multisensorische Formen rechtlicher und rechtlich relevanter Kommunikation entwickeln, macht sich diese Konferenz daran, das Recht als multisensorisches Phänomen ebenso zu erkunden. Um genau zu sein, die uni- und multisensorischen Phänomene in den Rechtsquellen im engeren Sinne, wie etwa im Urheberrecht, Markenrecht und so fort, sollten ebenso aus der Perspektive des Multisensorischen Rechts diskutiert werden. Eine solche Perspektive ist besonders vielversprechend, zumal dieses junge Rechtsgebiet Erkenntnisse aus nicht juristischen Disziplinen rezipiert, welche die etablierten geltendrechtlichen Fächer gewöhnlich weder berücksichtigen noch übernehmen.