PRICL-Projekt

Das Ziel des PRICL-Projekts  ist die wissenschaftlich fundierte Ausarbeitung von international anerkannten Prinzipien des Rückversicherungsvertragsrechts (Principles of Reinsurance Contract Law – PRICL). Zu diesem Zweck wurde vor einigen Jahren eine Forschungsgruppe ins Leben gerufen,  welche  führende Wissenschafter und Praktiker aus der ganzen Welt im Bereich des Rückversicherungsrechts unter einem Dach vereint. Die PRICL-Gruppe gliedert sich dabei in verschiedene Advisory Groups  sowie in ein Principles Drafting Committee. Herr Prof. Dr. Loacker gehört dem letztgenannten Gremium an und war seit der Gründung der Gruppe über mehrere Jahre deren Generalsekretär.

Die von der PRICL-Gruppe ausgearbeiteten Prinzipien sollen den globalen Diskurs des für den gesamten Finanzdienstleistungssektor zentralen Rückversicherungsrechts verstärken und vertiefen. Durch (erstmals) einheitliche Bezugspunkte und eine Vereinheitlichung der Terminologiekonzepte sollen eine wissenschaftlich fundierte Darstellung der einschlägigen Probleme ermöglicht und konkrete Lösungsvorschläge für die Praxis ausgearbeitet werden.

Das PRICL-Projekt wird vom General Council von UNIDROIT, einer zwischenstaatlichen Organisation zur Vereinheitlichung des Privatrechts, unterstützt. Zu diesem Zweck hat das General Council von UNIDROIT gegenüber der Generalversammlung eine Empfehlung zur Einbindung der PRICL-Prinzipien in das UNIDROIT Work Programme ausgesprochen. Die Generalversammlung befürwortete den Vorschlag des General Council und unterzeichnete ihn am 1. Dezember 2016 im Rahmen seiner 75. Session.

Die PRICL wollen den Parteien und Beteiligten von Rückversicherungsverträgen ein auf internationaler Basis erarbeitetes, weltweit anwendbares und transparentes Rechtsinstrument zur Verfügung stellen, das die Privatautonomie – insbesondere im Bereich der Schiedsgerichtsbarkeit – stärkt.

Zu guter Letzt möchte das PRICL-Projekt durch die Schaffung von Postdoc- und Doktorandenstellen auch einen aktiven Beitrag zur akademischen Nachwuchsförderung leisten und jüngere Kolleginnen und Kollegen zur lohnenswerten Befassung mit rechtsvergleichenden Fragestellungen aus dem Bereich des (Rück-)Versicherungsrechts motivieren.