Lebensbeginn im Spiegel des Medizinrechts

13. – 15. Mai 2010 Zürich / Schweiz

Tagung der Medizinrechtslehrer/innen

Das Thema „Lebensbeginn im Spiegel des Medizinrechts“ ist von höchstem politischem und rechtlichem Interesse. Es ist unumgänglich, den Problemen der frühen Phasen der Menschwerdung, des Status des Embryos sowie der Nutzung von Zellen und Zellprodukten für die Grundlagen- und angewandte Forschung sowie die Therapie grosse Aufmerksamkeit zu schenken.

Der Beginn des menschlichen Lebens wurde durch die rasche Entwicklung in der Zell- und Molekularbiologie vor völlig neue Fragen gestellt. In-vitro-Fertilisation, PID inklusive Präkonzeptionsdiagnostik, humane Stammzellgewinnung, Klonen, aber auch Spätabbrüche bergen Probleme, die gerade vom Recht eine verhältnismässige, abgewogene Lösung einfordern. Trotz zahlreicher Bemühungen ist die Grundfrage nach dem Status des Embryos und seinem Verhältnis zur biologischen Mutter bislang nicht beantwortet. Werden gendiagnostische Untersuchungen vor oder während der Schwangerschaft durchgeführt, treten die im Spannungsfeld stehenden Interessen besonders deutlich zu Tage. Die Eltern sind der grossen Belastung ausgesetzt, sich ggf. für oder gegen ihr Kind zu entscheiden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass mit der Betreuung von schwerstkranken Menschen grosse, oft lebenslange Sorgepflichten verbunden sind. Ob sich die Frau oder die Eltern dem in physischer wie psychischer Hinsicht gewachsen sehen, können sie oft nur selbst beurteilen.

Daneben sind die gesellschaftlichen Konsequenzen der Eingriffe in das Keimgut bzw. den Embryo zu klären, insbesondere die drohenden Dammbrüche im Hinblick auf den Schutz kranker und behinderter Menschen. Hierbei bedarf es eines intensiven Diskurses unter allen Beteiligten. Die Tagung „Lebensbeginn im Spiegel des Medizinrechts“ möchte einen Beitrag dazu leisten, indem aus der Perspektive der Schweiz sowie von Österreich und von Deutschland die Themenkreise diskutiert, Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufgezeigt und allfällige Konzepte entwickelt werden.