Dissertation André Kalbermatter

Thema: "Die Sportaktiengesellschaft (mit Schwerpunkt Bilanzierung der Spieler)"

Im Schweizer Sport ist es zur Zeit grosse Mode, Aktiengesellschaften zu gründen. Oftmals handelt es sich dabei um Vermarktungsgesellschaften. Je länger, desto mehr werden jedoch auch Teile des Vereins auf Aktiengesellschaften ausgelagert. Bei den ausgelagerten Abteilungen handelt es sich dabei um die kostenintensiven Profimannschaften allenfalls zusammen mit den leistungsmässig geführten Nachwuchsabteilungen.Im Schweizer Sport ist es zur Zeit grosse Mode, Aktiengesellschaften zu gründen. Oftmals handelt es sich dabei um Vermarktungsgesellschaften. Je länger, desto mehr werden jedoch auch Teile des Vereins auf Aktiengesellschaften ausgelagert. Bei den ausgelagerten Abteilungen handelt es sich dabei um die kostenintensiven Profimannschaften allenfalls zusammen mit den leistungsmässig geführten Nachwuchsabteilungen.

Nach einer kurzen Einführung in die rechtlichen und tatsächlichen Grundlagen des Sports im Allgemeinen sowie des Fussballs im Besonderen in der Schweiz, in Deutschland und in England sowie einer kurzen Gegenüberstellung des Vereins- und des Aktienrechts wird den Vor- und Nachteilen solch einer Auslagerung nachgegangen. Ausserdem werden die beiden grundsätzlichen Modelle der Auslagerung, die Auslagerung für eine vertraglich beschränkte Zeitdauer (Unternehmenspacht) sowie die andauernde Auslagerung durch Veräusserung der auszulagernden Abteilung, untersucht. Es kann dabei der Schluss gezogen werden, dass sich die Auslagerung vor allem aus haftungsrechtlichen Überlegungen lohnt, wobei die vertragliche Auslagerung für eine gewisse Zeitdauer der definitiven vor allem aus konkursrechtlichen Überlegungen vorzuziehen ist.

Im zweiten Teil der Arbeit wird der Frage nachgegangen, ob Spielerwerte in den Bilanzen der Sportclubs aktiviert werden dürfen oder sogar müssen oder nicht. Der Verständlichkeit halber wird dabei eine kurze Einführung in die Rechnungslegung gegeben, sowie auf andere für diese Frage relevanten Problematiken, wie z. B. das Rechtsverhältnis zwischen Spieler und Club und das Transferwesen, eingegangen. Da grundlegende Voraussetzungen für die Bilanzierung (z. B. genügende Kontrolle des Clubs über den zu aktivierenden Vermögenswert) nicht erfüllt sind, muss der Schluss gezogen werden, dass Spielerwerte weder im handelsrechtlichen Abschluss gemäss OR noch in allfälligen zusätzlichen Abschlüssen nach FER oder IAS bilanziert werden dürfen. Dies ist vor allem im Falle des handelsrechtlichen Abschlusses nach OR von immenser Bedeutung, können somit doch Spielerwerte im Rahmen von Artikel 725 OR nicht berücksichtigt werden, was zu einer viel schnelleren Überschuldung des Clubs führt. Werden Spielerwerte trotzdem aktiviert, kann dies zur Verantwortlichkeit der Verwaltungsräte führen.