Dissertation Stefan Waller

Thema: "Das Underwriting Agreement: Grundlagen der vertraglichen Regelung öffentlicher Aktienplatzierungen"

Fragestellung:

Es geht um die Frage nach der vertraglichen Regelung von Aktienplatzierungen schweizerischer Gesellschaften und der dabei zu berücksichtigenden tatsächlichen und rechtlichen Rahmenordnung.

Schwergewichte:

Im Zentrum der Arbeit steht das sogenannte Underwriting Agreement. Dieser Vertragstypus soll in seiner inhaltlichen Ausprägung und in seinem tatsächlichen und rechtlichen Umfeld umfassend und detailliert dargestellt werden.

In einem einleitenden Teil werden Erscheinungsformen von Aktienplatzierungen (Primary Offerings, Secondary Offerings und Kombinationsformen), deren Zielsetzung sowie die möglichen Platzierungsverfahren (Fixed Price Underwriting, Bookbuilding und Tenderverfahren) zur Sprache kommen. Danach soll auf die im Bereich von Aktienplatzierungen und Börseneinführungen massgebliche gesetzliche Rahmenordnung eingegangen werden; dabei wird insbesondere die Kotierung am Hauptsegment der SWX Swiss Exchange (und allenfalls weiterer Segmente) aufgezeigt.

Im Hauptteil und Mittelpunkt der Arbeit steht das Underwriting Agreement und dessen Ausgestaltung. Dabei geht es um die Darstellung der Übernahmeverpflichtung durch die Syndikatsbanken (Firm Shares, Greenshoe Option, Securities Lending Agreements und damit zusammenhängende Fragen), der Preisfestsetzung sowie der Closing-Mechanik. Im Rahmen des letztgenannten Aspekts soll insbesondere auf die Rolle und Bedeutung von Legal Opinions bei Aktienplatzierungsverfahren eingegangen werden.

Des Weiteren sollen die Bereiche Gewährleistungen und Garantien (Representations and Warranties) sowie die Frage nach der Freistellung der Banken von Drittansprüchen (Indemnity) und deren Schranken dargestellt werden. Kommt es in diesem Zusammenhang zu einer Zahlung der Emittentin an die Banken, stellt sich bei Primärplatzierungen u.a. das zu klärende Problem der verbotenen Einlagerückgewähr (Art. 680 Abs. 2 OR). Schliesslich ist auf weitere Verpflichtungen wie etwa Verkaufsbeschränkungen und Marktschutzvereinbarungen (Lock-up) aber auch auf finanzielle Ansprüche der Syndikatsbanken einzugehen.

Abschliessend werden prozessuale Fragen wie Rechtswahl- und Gerichtsstandsklauseln erörtert.