Dissertation von Matthias Trautmann

Thema: «Die qualifizierte Kapitalerhöhung im schweizerischen Recht: AG, GmbH und Genossenschaft»

Kapitalbezogen ausgestaltete Gesellschaftsformen vermögen zwecks Kapitalbeschaffung Erhöhungen ihres Grundkapitals vorzunehmen, bei denen die Liberierungsschuld nicht in bar geleistet wird. Zur Verfügung stehen die Liberierung mittels Sacheinlage, die Verrechnungsliberierung sowie die Liberierung aus Eigenkapital. Da diese sog. qualifizierten Liberierungsformen die Gefahr der unvollständigen Erfüllung der Liberierungsschuld mit sich bringen, sieht das geltende Recht teils besondere formelle Vorschriften hinsichtlich Transparenz und Bewertung sowie zur Durchsetzung unvollständiger Einlagen vor.

Untersuchungsgegenstand der Dissertation sind zunächst die Funktionen des Kapitals bei den verschiedenen Gesellschaftsformen, um anschliessend zu eruieren, ob die im gegenwärtigen Recht vorgesehenen und in Lehre und Rechtsprechung entwickelten Schutzmechanismen bei qualifizierten Kapitalerhöhungen hinreichenden Schutz vor Unterkapitalisierung und damit verbundenem Missbrauch mit sich bringen. Ein allfällig ausgemachter gesetzgeberischer Handlungsbedarf soll abschliessend in den Kontext der geplanten Revision des Aktienrechts gestellt werden.