Dissertationsprojekt von Corina Moschen

Arbeitstitel: «Aktienrückkäufe – unter besonderer Berücksichtigung der Interessen der Gläubiger, Aktionäre und des Kapitalmarkts»

Seit dem Inkrafttreten des revidierten Aktienrechts im Jahr 1992 ist der Erwerb eigener Aktien unter bestimmten Voraussetzungen und Einschränkungen zum Schutz der Gläubiger, Gesellschaft und Aktionäre erlaubt. Aktienrückkäufe stehen in einem Spannungsfeld von divergierenden Interessen. Die Flexibilisierung aktienrechtlicher Instrumente zur Unternehmensfinanzierung, mithin der Erwerb eigener Aktien, ist Voraussetzung für eine Verbesserung der Attraktivität des schweizerischen Kapitalmarktes. Denn Aktienrückkäufe ermöglichen es der Gesellschaft, ihr Kapital kurzfristig und äusserst flexibel an die Geschäftsentwicklung des eigenen Unternehmens und der aktuellen Lage des Kapitalmarktes anzupassen, was positive Auswirkungen auf die Kursentwicklung der eigenen Aktien hat und auch zu einer Belebung und der Steigerung der Attraktivität des Kapitalmarktes führt. Neben der Frage, inwiefern beim Erwerb eigener Aktien die Interessen von Gläubigern, Gesellschaft und Aktionären zu schützen sind, ist der Erwerb eigener Aktien deshalb auch aus dem Blickfeld einer auf Transparenz, Effizienz und Attraktivität ausgerichteten Kapitalmarktpolitik zu betrachten. Das Recht einer Aktiengesellschaft, ihre eigenen Aktien zu erwerben, wirft in der Praxis eine Vielzahl komplexer Fragestellungen in unterschiedlichen Teilrechtsgebieten wie insbesondere dem Aktien-, Rechnungslegungs-, Kapitalmarkt- und Steuerrecht auf. Auch in der laufenden Revision des Aktienrechts wird der Erwerb eigener Aktien thematisiert. Das vorliegende Dissertationsprojekt soll einen Beitrag zur Erarbeitung der dogmatischen Grundlagen des Erwerbs eigener Aktien aus Sicht des künftigen Aktienrechts und unter besonderer Berücksichtigung der Interessen der Gläubiger, Aktionäre und des Kapitalmarkts leisten.