Mitteilungen

07. Oktober 2019: Mitteilung der Dekanin der RWF

 

Liebe Studierende

Anfang April 2019 habe ich Sie über die Studienreform «Bologna 2021», an welcher die Rechtswissenschaftliche Fakultät arbeitet, und ihre Eckpunkte informiert. Seither ist die Arbeit daran gut vorangeschritten.

Am 2. Oktober 2019 verabschiedete die Fakultätsversammlung weitere Konzepte zur Reform. Dabei ging es insbesondere um die Übergangsordnung, von welcher grundsätzlich alle Studierenden betroffen sein werden, die das angefangene Studium nicht vor Beginn des Herbstsemesters 2021 abschliessen.

Auch wenn die neue Rahmenverordnung noch nicht verabschiedet wurde, möchte ich Sie schon jetzt über die für Sie relevantesten Übergangsregelungen informieren, um Ihnen die Möglichkeit zu geben, sie in die weitere Planung Ihres Studiums einzubeziehen:

1. Im HS 2021 werden sowohl der neue Bachelor- als auch der neue Masterstudiengang starten. Ab diesem Zeitpunkt gilt ausschliesslich das neue Recht (mit den darin enthaltenen Übergangsregelungen). Die bisherigen Module werden dann nicht mehr angeboten, soweit sie im neuen Studiengang nicht weitergeführt werden.

2. Wie erwähnt, betrifft das Übergangsrecht die Studierenden, die im HS 2021 den schon begonnenen Bachelor- oder Masterstudiengang fortsetzen. Bachelorstudierende, die in diesem Zeitpunkt bereits Mastermodule vorgeholt haben und den Masterstudiengang erst nach Inkrafttreten des neuen Rechts beginnen, werden in Bezug auf den Master ebenfalls von der Übergangsordnung erfasst, damit sie keine der erbrachten Leistungen verlieren.

3. Bachelormodule, die vor dem Wechsel erfolgreich absolviert wurden, werden im reformierten Bachelorstudiengang mit der ursprünglichen Anzahl ECTS Credits angerechnet. Die noch nicht besuchten Pflicht- und Wahlpflichtmodule müssen gemäss neuer Studienordnung erbracht werden. Dies wird infolge der Ähnlichkeit der bisherigen und der neuen Studienordnung sowie verschiedener Übergangsangebote beinahe nahtlos möglich sein. Für den Bachelorabschluss sind wie bisher mindestens 180 ECTS Credits notwendig. Aufgrund der Anrechnung der erfolgreich absolvierten Module mit der ursprünglichen Anzahl ECTS Credits kann die sogenannte «Moduläquivalenz» allerdings nicht in allen Fällen mit genau 180 ECTS Credits erreicht werden. Je nachdem, welche Module bereits absolviert wurden, kann es vorkommen, dass mit dem Absolvieren der neuen Pflichtmodule mehr als 180 ECTS Credits erreicht werden müssen (höchstens 187.5 ECTS Credits). Wurden die geforderten Module bereits absolviert, die 180 ECTS Credits jedoch noch nicht erreicht, sind die fehlenden Credits mit Wahl(pflicht)modulen zu erbringen. Um Ihren weiteren Studienverlauf diesbezüglich sinnvoll zu planen, finden Sie auf der Webseite eine Äquivalenztabelle.

4. Mastermodule, die vor dem Wechsel erfolgreich absolviert wurden (unabhängig davon, ob sie bereits während der Bachelorstufe vorgeholt wurden oder nicht), werden im reformierten Masterstudiengang angerechnet.

5. Masterstudierende bzw. Bachelorstudierende mit mindestens 162 ECTS Credits, die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des neuen Rechts mindestens ein Mastermodul der RWF erbracht haben, geniessen bezüglich der für den Masterabschluss noch zu erbringenden Leistungen grundsätzlich Wahlfreiheit. Wer die Masterarbeit noch nicht geschrieben hat, muss das Pflichtmodul Masterarbeit (neu mit 12 ECTS Credits) noch absolvieren. Ausserdem müssen für den Abschluss auch in der Übergangszeit 12 ECTS Credits aus dem Wahlpflichtpool Grundlagen erlangt werden.

6. Für Studierende, die vor Beginn des HS 2021 noch kein Mastermodul erbracht haben, gelten ab diesem Zeitpunkt für den Abschluss des Masterstudiengangs sämtliche Bestimmungen der neuen Ordnung. Folglich müssen sie die Leistungen erbringen, die nach neuer Studienordnung für den Masterabschluss erforderlich sind.

7. Fehlversuche, die bis und mit FS 2021 erlangt wurden, werden – sofern sie noch nicht zu einem Ausschluss führten – erlassen.

8. Die Übergangsordnung gilt auch für alle Studierenden, die das Nebenfach Recht Ende FS 2021 noch nicht abgeschlossen haben. Bisher erbrachte Leistungen werden vollumfänglich angerechnet. Auf Bachelorstufe gilt Folgendes: Für Übergangsstudierende des Nebenfach 60 ändert sich ab HS 2021 lediglich das Modulangebot. Pflicht-, Wahlpflicht- und Wahlpool bleiben bestehen. Studierende des Nebenfach 30 haben aufgrund des neuen Modulangebots neben den Pflicht- und Wahlpflichtmodulen einen Wahlpool zur Verfügung, um die noch fehlenden ECTS Credits zu erbringen. Studierende auf Masterstufe können das Nebenfach 30 wie geplant abschliessen; allerdings ist neu keine Masterarbeit mehr vorgesehen. Liegt die Masterarbeit Ende des FS 2021 bereits vor, wird sie angerechnet. Das Nebenfach 15 wird nicht mehr angeboten.

Wie Sie sehen, legen wir grossen Wert darauf, den Übergang von den jetzigen in die reformierten Studiengänge so sanft wie möglich abzufedern. Wie alles Neue erfordert auch die Studienreform ein gewisses Umdenken. Damit Sie sich gut auf den Wechsel vorbereiten können, werden bereits Ende November 2019 die ersten Informationsveranstaltungen zur Studienreform stattfinden. Bis Ende des Frühjahrssemesters 2021 werden noch weitere folgen. Bitte beachten Sie, dass die Studienberatung und die Mobilitätsstelle vor den ersten Informationsveranstaltungen keine Einzelberatungen zu Fragen im Zusammenhang mit der Studienreform durchführen. Ergänzend zu meinen heutigen Ausführungen finden Sie auf unserer Webseite weitere Angaben und Erklärungen.

Für das laufende Semester wünsche ich Ihnen alles Gute und viel Erfolg.

Mit herzlichen Grüssen

Prof. Dr. iur. utr. Brigitte Tag, Dekanin

02. April 2019: Mitteilung der Dekanin der RWF

 

Liebe Studierende

Wie Sie vielleicht im letzten "UZH Journal" gelesen oder anderweitig gehört haben, arbeitet die Rechtswissenschaftliche Fakultät zurzeit an einer Studienreform. Gerne möchte ich Sie über den aktuellen Stand informieren.

Auslöser der Reform war eine im Jahr 2016 vom Universitätsrat erlassene Muster-Rahmenverordnung, welche fakultätsübergreifend gewisse Vereinheitlichungen verlangt. Alle Fakultäten der UZH sind gehalten, ihre Studiengänge an die Muster-RVO anzupassen. Die RWF nahm dies zum Anlass, ihre Studiengänge von Grund auf zu überprüfen und zu optimieren. Die Fakultätsversammlung hat dazu am 27. März 2019 ein Konzept verabschiedet. Dieses sieht folgende Eckpunkte der Reform vor:

1. Der Bachelor- und der Masterstudiengang werden stärker als Einheit konzipiert. Die "Kernfächer" – insbesondere die praxisrelevanten – sollen besser über den gesamten Studiengang verteilt werden. Aus diesem Grund werden in der Masterstufe neu Pflichtmodule im Umfang von 30 ECTS Credits eingeführt, was einem Drittel des Masterstudiengangs entspricht.

In den neuen Pflichtblock auf Masterstufe werden zum einen bisherige Module der Bachelor-Aufbaustufe verschoben, um Letztere zu entlasten. Dies betrifft folgende Fächer:

  • Zivilverfahrensrecht
  • Wettbewerbsrecht, Immaterialgüterrecht sowie weitere Aspekte des (internationalen) Wirtschaftsrechts
  • Steuerrecht

Zum andern soll der Pflichtblock dazu genutzt werden, um im Straf- und Strafprozessrecht einen Wiederholungs- und Vertiefungskurs durchzuführen.

2. Die bisherigen spezialisierten Masterstudiengänge (Rechtspraxis, Wirtschaftsrecht, Öffentliches Recht) werden nicht weitergeführt, weil dafür nur eine sehr geringe Nachfrage besteht. Hingegen wird spezifisch, aber nicht nur für ausländische Studierende ein separater englischsprachiger Masterstudiengang "International and Comparative Law" eingeführt. Dieser ist als Master im Umfang von 90 ECTS Credits konzipiert, wobei im Rahmen der Double-Degree-Programme eine reduzierte Variante im Umfang von 60 ECTS Credits angeboten wird.

3. Die Bachelor-Aufbaustufe wird, wie bereits erwähnt, entlastet. Dadurch soll insbesondere mehr Raum geschaffen werden für die Module OR und ZGB. Der Allgemeine Teil des OR und das Haftpflichtrecht werden von der Assessment- in die Aufbaustufe verlegt (3. und 4. Semester), wogegen das Römische Privatrecht von der Aufbaustufe in die Assessmentstufe verschoben wird.

4. Die heutigen zusammengesetzten Module in den Wahlpflichtpools Grundlagen, Strafrecht sowie Zivil- und Zivilverfahrensrecht, deren Leistungsnachweise aus separaten Teilprüfungen bestehen, werden in dieser Form abgeschafft (wie bereits das Modul Transnationales Recht). Aus den bisherigen Teilmodulen werden selbständige Module, soweit sie in der Bachelorstufe beibehalten werden.

5. Die wissenschaftliche Schreibkompetenz soll gezielt gefördert werden, indem im 1. Semester neu – neben der bereits bestehenden Lehrveranstaltung "Juristische Arbeitstechnik" – eine Veranstaltung "Wissenschaftliches Schreiben" eingeführt wird, gefolgt von einem Proseminar im 3. Semester, welches die Studierenden besser auf die Bachelorarbeit vorbereiten soll.

6. In der Masterstufe soll neu eine fakultative "Liberal Arts Option" (LAO) im Umfang von 30 ECTS Credits eingeführt werden, zusätzlich zu den 90 ECTS Credits des Masterstudiengangs. Dadurch soll interessierten Studierenden insbesondere der Zugang zum "Digital Skills"-Lehrangebot ermöglicht werden, welches derzeit auf überfakultärer Ebene im Entstehen begriffen ist. Die LAO ist ein neues Konzept gemäss der Muster-RVO von 2016 und stellt eine Alternative zu einem Minor-Studienprogramm (Nebenfach) dar. Die LAO unterscheidet sich von einem Minor wie folgt:

  • Sie führt nicht zu einem Studienprogrammabschluss (wohl aber zur Aufnahme der betreffenden Module in den Academic Record).
  • Sie hat keinen Einfluss auf die Gesamtnote.
  • Sie bietet hinsichtlich der Zusammenstellung der Module eine grössere Flexibilität, was die Eigenverantwortung der Studierenden stärkt.

7. Schliesslich soll der bisherige Erstsemestrigentag zu einer viertägigen Blockveranstaltung "Einführung in das Studium" erweitert werden. Die Teilnahme an dieser Veranstaltung ist freiwillig, ohne Leistungsnachweis.

Der reformierte Studiengang wird auf das Herbstsemester 2021 in Kraft treten. Viele Fragen sind derzeit jedoch noch offen. So ist insbesondere noch offen, ob im HS 2021 erst der neue Bachelor- oder auch schon der neue Masterstudiengang starten wird; denn die Übergangsordnung liegt noch nicht vor. Diese werden wir in den nächsten Monaten erarbeiten. Wir können Ihnen aber zusichern, dass wir den Übergang vom jetzigen in den reformierten Studiengang so sanft wie möglich abfedern werden. Selbstverständlich werden wir Sie zu gegebener Zeit wieder informieren.

Sollten bereits heute Fragen zur Studienreform auftauchen, steht Ihnen die Studienberatung unserer Fakultät wie immer gerne zur Verfügung, soweit die Fragen beim jetzigen Stand der Reform bereits beantwortet werden können.

Ich wünsche Ihnen weiterhin ein spannendes und erfolgreiches Frühjahrssemester.

Mit herzlichen Grüssen

Prof. Dr. iur. utr. Brigitte Tag, Dekanin