Gastprofessuren FS 2026
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Prof. Ittai Bar-Siman-Tov
Prof. Ittai Bar‑Siman‑Tov ist Professor der Rechtswissenschaft, Leiter des BIU Lab for Law, Data‑Science and Digital Ethics sowie Co-Direktor des Doppelstudiengangs in Rechts- und Politikwissenschaft an der Rechtsfakultät der Bar‑Ilan‑Universität. Er ist General Editor der internationalen Fachzeitschrift The Theory and Practice of Legislation, Mitglied des Executive Board der International Association of Legislation und Co‑Vorsitzender der Israeli Association of Legislation. Zudem ist er Mitglied des Executive Board des Data‑Science‑Instituts der Universität und Senior Fellow am Jean Monnet Centre of Excellence on Digital Governance (DIGOV).
Bevor er an die Bar‑Ilan‑Universität kam, war Prof. Bar‑Siman‑Tov Associate‑in‑Law an der Columbia Law School in New York. Zuvor diente er als leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter (senior law clerk) für Richterin Dorit Beinisch am Obersten Gerichtshof Israels sowie als wissenschaftlicher Assistent von Professor Menahem Elon, dem ehemaligen stellvertretenden Präsidenten des Obersten Gerichtshofs Israels. Prof. Bar‑Siman‑Tov erwarb seinen J.S.D. und LL.M. (summa cum laude – James Kent Scholar) an der Columbia Law School, wo er Fulbright Scholar, Fischman Scholar und Morris Fellow war. Seinen LL.B., magna cum laude, erhielt er von der Hebräischen Universität Jerusalem.
Prof. Bar‑Siman‑Tov erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter unter anderem den Giandomenico‑Majone‑Preis, verliehen von der Standing Group on Regulatory Governance des European Consortium for Political Research; den Gorney‑Preis für herausragende Forschung im öffentlichen Recht, verliehen von der Israeli Association of Public Law; den Cheshin‑Preis für akademische Exzellenz im Recht; den Rektorpreis für wissenschaftliche Innovation; sowie den Universitätspreis für hervorragende Lehre. Zudem erhielt er zahlreiche Forschungsstipendien, unter anderem von der German‑Israeli Foundation for Scientific Research and Development (GIF), der Israel Science Foundation (ISF), dem Ministry of Science and Technology (MOST), der VolkswagenStiftung, dem Israel Institute, dem National Institute for Health Policy Research und dem Fulbright‑Programm. Ausserdem wurde Prof. Bar‑Siman‑Tov von der Organisation National Union of Israeli Students als einer der inspirierendsten Professoren Israels ausgezeichnet.
Die Forschungsgebiete von Prof. Bar‑Siman‑Tov umfassen Legisprudenz, Parlamentsforschung, Gesetzgebung und Regulierung; Verfassungsrecht und Verfassungstheorie; sowie Recht und Data Science/Künstliche Intelligenz. Seine wissenschaftlichen Arbeiten wurden unter anderem im Georgetown Law Journal, der Boston University Law Review, der William & Mary Law Review, Political Studies, dem American Journal of Comparative Law, dem International Journal of Constitutional Law sowie in Regulation & Governance veröffentlicht. Zudem hat er zwei Bücher herausgegeben, zuletzt "Comparative Multidisciplinary Perspectives on Omnibus Legislation" (Springer Nature’s Legisprudence Library, 2021), sowie vier Sonderausgaben.
Prof. Tommaso Beggio
Prof. Tommaso Beggio ist Professor (Professore Associato) für Römisches Recht und Rechte der Antike an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Trient und er hat 2024 die Habilitation als ordentlicher Professor (Professore Ordinario) erhalten. Nach der Promotion 2012 zum Dr. iur. der Universität Pavia (Titel der Doktorarbeit: "Aspetti del cosiddetto Senatus consultum de sumptibus Iudorum gladiatorum minuendis"), hat er eine Stelle als postdoc researcher (2013-2017) im vom Europäischen Forschungsrat (ERC) geförderten Forschungsprojekt Reinventing the Foundations of European Legal Culture, 1934-1964 (Gruppenleiter: Professor Dr. Kaius Tuori) an der Universität Helsinki gewonnen. Im Rahmen des Forschungsprojektes hat er eine Untersuchung zum Rechtshistoriker Paul Koschaker und zur Rolle des römischen Rechts unter dem Nationalsozialismus und nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa durchgeführt. Während des Forschungsprojektes hat er 2015-2016 einen einjährigen Forschungsaufenthalt an der Universität Heidelberg verbracht. 2018 wurde er als einziger Jurist seines Auswahljahrgangs vom Programm Rita Levi Montalcini ("Rientro dei Cervelli") – art. 4 of the Bando 2016 (D.M. 19 dicembre 2016 n. 992) – ausgewählt und sein Forschungsprojekt "Per un nuovo studio della fenomenologia della pena capitale nel mondo romano / A New Study on the Phenomenology of Capital Punishment in the Roman World (Projektnummer: 40103233)" wurde für drei Jahre von diesem Programm gefördert. Gleichzeitig hat er im Rahmen dieses Programms eine Stelle als Ricercatore an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Trient erhalten. Am 11. November 2020 hat er die Habiliation als Professore Associato für Römisches Recht und Rechte der Antike (Abilitazione Scientifica Nazionale – settore concorsuale 12/H1 Diritto romano e Diritti dell’Antichità) einstimmig erhalten und den Lehrstuhl für Römisches Recht und Rechte der Antike an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Trient bekommen. Am 7. März 2025 hat er auch die Habiliation als Professore Ordinario für Römisches Recht und Rechte der Antike einstimmig erhalten. Seit 2011 verbringt er jährlich Forschungsaufenthalte in Deutschland, vor allem, an der Universitäten Heidelberg, Köln, Mainz und Marburg.
Seine Forschungsinteressen sind das Römische Recht und sein Nachwirken in der Europäischen Rechtsgeschichte, das Römische Strafrecht, das Römische Zivil- und Strafprozessrecht, die juristische Epigraphik, die Wissenschaftsgeschichte des römischen Rechts.
Er hat drei Monografien publiziert: "Paul Koschaker (1879-1951) Rediscovering the Roman Foundations of European Legal Tradition", Heidelberg 2018; "Contributo allo studio della ‘servitus poenae’", Bari 2020; "Auctoramentum e traditio gladiatorum. Profili privatistici della gladiatura nell’antica Roma", Napoli 2024. Er ist Herausgeber der folgenden Bände: "Methodenfragen der Romanistik im Wandel. Paul Koschakers Vermächtnis 80 Jahre nach seiner Krisenschrift", Tübingen 2020, herausgegeben zusammen mit Dr. Aleksander Grebieniow; "Crimini e pene nell'evoluzione politico-istituzionale dell'antica Roma. Atti del convegno internazionale di diritto romano. Trento 5-6 giugno 2019", Bari 2023, herausgegeben zusammen mit Prof. Dr. Massimo Miglietta and Dr. Dr. Filippo Bonin; "The Teaching of Roman Law in the 20th Century: Challenges and Perspectives", online, 2024, herausgegeben zusammen mit Prof. Dr. Paul du Plessis; "Lo studio dei papiri nei rivolgimenti metodologici della romanistica tra il 1860 e il 1960", Napoli 2024, herausgegeben zusammen mit Prof. Dr. Christian Baldus, Dr. Dr. Filippo Bonin, Prof. Dr. Massimo Miglietta; "La repressione criminale tra Roma e le province", herausgegeben zusammen mit Dr. Dr. Filippo Bonin und Prof. Dr. Massimo Miglietta; "Emilio Betti e il mondo culturale di lingua tedesca", im Druck, herausgegeben zusammen mit Prof. Dr. Cristina Vano.
Prof. Katharina Pistor
Prof. Katharina Pistor lehrt seit 2001 an der Columbia Law School in New York. Die Schwerpunkte ihrer Lehre und Forschung liegen im Finanz- und Unternehmensrecht sowie der Rolle des Rechts in der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung. Nachdem sie sich zu Beginn ihrer Laufbahn insbesondere mit der Transformation der ehemals sozialistischen Länder befasst hat, hat sie sich zunehmend den rechtlichen Grundlagen kapitalistischer Wirtschaftsordnungen zugewandt. Zu ihren Veröffentlichungen gehören „Der Code des Kapitals: Wie das Recht Reichtum und Ungleichheit schafft“ (Suhrkamp, 2020), sowie „The Law of Capitalism and How to Transform it“ (Yale University Press, 2025).
Prof. Olaf Zenker
Prof. Olaf Zenker ist Professor für Ethnologie am Institut für Ethnologie und Philosophie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Deutschland. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Politik- und Rechtsanthropologie, mit besonderem Fokus auf Fragen von Gerechtigkeit, Ungleichheit, Landreform, Rechtsstaatlichkeit, normativer Pluralität, postliberalen Konstellationen, postkolonialer Staatlichkeit und Bürokratie in Südafrika sowie in anderen Regionen tiefgreifenden sozialen Wandels. Er hat langfristige ethnographische Feldforschungen in Südafrika, Nordirland und Deutschland durchgeführt, in denen er untersucht, wie umkämpfte politische Werte, institutionelle Rahmenbedingungen und rechtliche Praktiken zeitgenössische Formen von Governance und Zugehörigkeit prägen.
Zu seinen jüngeren Veröffentlichungen zählen Reckoning with Law in Excess: Mobilization, Confrontation, Refusal (Cambridge University Press, 2025), Beyond Expropriation Without Compensation: Law, Land Reform and Redistributive Justice in South Africa(Cambridge University Press, 2024) sowie The Oxford Handbook of Law and Anthropology (Oxford University Press, 2022). Darüber hinaus hat er kürzlich die Sonderhefte Justice in the Anthropocene (Zeitschrift für Ethnologie | Journal of Social and Cultural Anthropology, 2024) und Collaborations and Contestations in Publicly Engaged Anthropologies (Public Anthropologist, 2023) mit herausgegeben.
An der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ist er der Kurator der jährlichen ANTON WHILHEM AMO LECTURES und Herausgeber der gleichnamigen Open-Access-Reihe im Universitätsverlag Halle-Wittenberg.