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Peter-Noll-Preis für juristische Prosa

Die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Zürich vergibt den mit 10'000 Franken dotierten Preis im Andenken an ihr früheres Mitglied, den Straf- und Staatsrechtler Peter Noll (†1982).

Peter Noll war von 1969 an bis zu seinem Tod 1982 ordentlicher Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht und Gesetzgebungslehre an der UZH. Mit der «Gesetzgebungslehre» (1973), seinem Bericht über die «Landesverräter» (1980) oder den posthum erschienenen «Diktaten über Sterben und Tod» (1984) setzte er Massstäbe im Nachdenken und Schreiben über Recht. In den Worten seines deutschen Kollegen Rolf Dietrich Herzberg weichen Nolls Schriften «in so erfreulicher Weise von der zäh-ledernen Fachliteratur ab, die Juristen üblicherweise hervorbringen». Um Nolls Wirken weiterzutragen, verleiht die Rechtswissenschaftliche Fakultät den «Peter-Noll-Preis für juristische Prosa». Die Auszeichnung würdigt stilistisch herausragende Juristinnen und Juristen, die mit ihren Schriften Massstäbe in Ausdruck und Darstellung setzen.

Der Preis wird am 26. Oktober 2026 erstmals verliehen, anlässlich des 100. Geburtstages von Peter Noll. Preisträgerin ist Frau Prof. Dr. iur. Dr. h.c. Gertrude Lübbe-Wolff, LL.M. (Harvard).

In ihrem weitgespannten Wirken als Hochschullehrerin, ehemalige Verfassungsrichterin, Umweltrechtlerin und öffentliche Intellektuelle prägt und beflügelt die Preisträgerin Prof. Dr. iur. Dr. h.c. Gertrude Lübbe-Wolff seit Jahrzehnten das juristische Denken und Schreiben im deutschsprachigen Raum. Eine «Virtuosin der Zuspitzung» nannte sie etwa der Soziologe Tillmann Allert, eine «ungekrönte Königin der Sondervoten» ihr Richterkollege Andreas Voßkuhle. Bei aller Prägnanz beherrscht diese Autorin aber auch die grosse Form genauso gekonnt. Beispielhaft steht dafür ihr Standardwerk über «Beratungskulturen» (2. Aufl. Berlin 2023): Neben der meisterlichen Stoffdurchdringung besticht es nicht zuletzt durch seine «unprätentiöse und klare Prosa» (Christoph Möllers). Es ist diese schnörkellose und doch elegante Handschrift, die das Werk von Gertrude Lübbe-Wolff zu einem «Glücksfall für die eher bräsige Rechtswissenschaft» (Klaus Ferdinand Gärditz) macht.

Flyer zur Preisverleihung (PDF, 804 KB)

Weiterführende Informationen

Adresse

Universität Zürich
Rechtswissenschaftliche Fakultät
Rämistrasse 74
CH-8001 Zürich

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