Prof. Dr. iur. Elisabetta Fiocchi
Ausserordentliche Professorin ad personam für Rechtsgeschichte, Juristische Zeitgeschichte, Völkerrechtsgeschichte und Rechtsvergleichung
Rämistrasse 74/51
8001 Zürich
| Prof. Dr. Elisabetta Fiocchi | Büro: RAI-H-97 |
| Telefon: | ++41 (44) 634'30'49 |
| E-Mail: | lst.fiocchi@ius.uzh.ch |
| Sprechstunde: |
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Willkommen auf dieser Website.
Meine akademische Arbeit liegt an der Schnittstelle zwischen der Geschichte des Völkerrechts, der Geschichte der Grundbuchführung und breiteren Überlegungen zur Rolle von Sprache und Wissen im juristischen Denken. Ich untersuche, wie sich rechtliche Kategorien und Institutionen im Laufe der Zeit entwickelt haben und unser modernes Verständnis von Recht, Souveränität und Raum prägen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Werk von unter anderem Emer de Vattel, dessen Schriften wegweisend für die Definition des modernen Völkerrechts und der Idee der Souveränität waren. Über Vattel untersuche ich, wie die Sprache des internationalen Rechts die Beziehung zwischen Staaten, Völkern und Territorien konstruiert hat, und decke dabei das Spannungsfeld zwischen Recht und Macht, Prinzipien und Realitäten auf.
Ein weiterer Strang meiner Forschung betrifft die Geschichte der Grundbuchführung – jene Rechtssysteme, durch die Eigentumsrechte erfasst und öffentlich gemacht werden. Ich untersuche, wie Eigentum rechtlich "sichtbar" gemacht wurde, wie diese Mechanismen die Beziehung zwischen dem Individuum und dem Staat strukturieren und wie europäische Modelle in kolonialen Kontexten als Instrumente der Legitimation und territorialen Kontrolle angepasst wurden. Die Grundbuchführung zeigt somit auf, wie das Recht Raum organisiert und Macht in eine rechtliche Form übersetzt.
Die Lehre und der Dialog mit den Studierenden sind fester Bestandteil meiner akademischen Tätigkeit. Ich fördere einen aktiven, partizipativen Ansatz, der auf Diskussion, der Auseinandersetzung mit Quellen und dem Vergleich verschiedener Rechtstraditionen basiert. Für mich ist die Universität ein gemeinsamer Wissensraum, in dem Neugier und kritische Reflexion das Lernen leiten.
Eine weitere zentrale Dimension meiner Arbeit ist die Mehrsprachigkeit, die ich als intellektuelles und kulturelles Kapital betrachte. Die Lehre und Forschung in der Schweiz ermöglicht die Auseinandersetzung mit ihrer sprachlichen Vielfalt und ihren reichen Rechtstraditionen. In meinen Kursen und Seminaren fördere ich den Austausch zwischen verschiedenen Sprachregionen, in der Überzeugung, dass die Pluralität der Sprachen Offenheit und Verständnis fördert.
Durch interdisziplinäre Projekte und internationale Kooperationen versuche ich, historische Forschung mit vergleichenden Erkenntnissen zu verbinden und aufzuzeigen, dass das Recht ein menschliches und sich entwickelndes Phänomen ist, das von Zeit, Sprache und Kultur geprägt wird.
Diese Website spiegelt diese Vision wider: Sie ist eine Einladung, das Recht nicht als geschlossenes System von Regeln zu erkunden, sondern als eine lebendige Geschichte von Ideen und Praktiken, die unser Verständnis der Welt kontinuierlich prägen.